Dirk Johannsen

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Posttraumatische Belastungsstörung

PTBS – Posttraumatische Belastungsstörung oder auf neudeutsch 

PTSD – Posttraumatic stress disorder

Die Definition einer posttraumatischen Belastungsstörung – PTBS

Die PTBS ist eine verzögerte Reaktion auf eine extreme Belastungssituation wie zum Beispiel Naturkatastrophen, Kriege, Verfolgungen, schwere Unfälle, Gewalttaten in Form von Überfall, Geiselnahme und Vergewaltigung. Posttraumatische Belastungsstörungen können auftreten, wenn sie diese Vorfälle selbst erlebt haben, oder aber als Zeuge anwesend waren.

Folgende Symptome können bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung auftreten:

  • wiederholte unausweichliche Erinnerungen des Ereignisses im Gedächtnis,
  • Tag- oder Albträume,
  • deutlicher emotionaler und sozialer Rückzug,
  • fortwährendes Gefühl von Betäubung und Teilnahmslosigkeit,
  • Verlust der Lebensfreude,
  • unbedingtes Vermeiden von Situationen, die an das traumatische Ereignis erinnern könnten,
  • erhöhte Erregbarkeit mit vegetativen Störungen,
  • hohe Wachsamkeit,
  • Kontrollbedürfnis,
  • Schreckhaftigkeit,
  • Schlafstörungen.

 Unser Resilienzbereich, unsere Selbstregulation

Unter dem Resilienzbereich versteht man salopp gesprochen das Aktionsfeld unseres Nervensystems, in dem wir uns noch sicher und handlungsfähig fühlen. Wenn wir ganz entspannt sind und unser Parasympathikus aktiv ist, befinden wir uns im unteren Bereich.

Droht eine Gefahr, wird der sympathische Teil unseres Nervensystems aktiv. Er mobilisiert unsere Sinnesorgane zur Orientierung und Ortung der möglichen Gefahrenquelle. Außerdem wird die Energie- und Blutversorgung von den Organen zu den Muskeln verlagert, damit wir kämpfen oder fliehen können. Wir erreichen das oberste Level unseres Resilienzbereiches. Ist die Gefahr vorüber, wird im Idealfall die überschüssige Energie abgeschüttelt und der Parasympathikus übernimmt wieder das Ruder, der Sympathikus fährt runter. Die Selbstregulation setzt ein.

 Grenzverletzung durch Schocktraumata oder Entwicklungstraumata

Schocktraumata, die zu PTBS führen können, ergeben sich aus Ereignissen, die für uns zu schnell oder zu viel sind. Sie durchbrechen unsere Grenzen und überwältigen unsere Reaktionsfähigkeit, was Gefühle von intensiver Angst und Hilflosigkeit sowie Kontrollverlust auslöst.

Entwicklungstraumata entstehen aus überwältigenden Erfahrungen der Vernachlässigung, körperlichem oder emotionalem Missbrauch in der Kindheit und sind oft mit Erlebnissen von Schocktraumata verbunden.

Insbesondere wurden dabei unsere Grenzen missachtet und überschritten. Dadurch entstehen häufig Schwierigkeiten mit Nähe und Distanz, Kontakt und Freiheit.

 Auswirkungen der Posttraumatischen Belastungsstörung

Posttraumatische Belastungsstörungen entstehen, wenn unser Organismus nicht mehr in der Lage ist, Erregungszustände – wie oben beschrieben – selbst zu regulieren. Der Resilienzbereich schrumpft. Das traumatisierte Nervensystem kommt ducheinander, es bricht zusammen und kann sich nicht ohne fremde Hilfe wieder in die ursprüngliche Situation zurück bringen. Der natürliche Rhythmus zwischen Anspannung und Entspannung ist unterbrochen.

Nicht nur das Nervensystem ist bei der PTBS betroffen, sondern auch die Muskeln. Ich möchte hier vor allem die Muskeln, die den Rücken mit dem Becken und Beinen verbinden, nennen. Diese ermöglichen uns, uns zusammen zu kugeln, um uns zu schützen. Kann dieser Muskel aufgrund traumatischer Erfahrungen nicht mehr entspannen, werden andere Muskelgruppen wie der Rückenstrecker aktiv, um uns wieder aufzurichten. Dies führt zu Druck auf die Bandscheiben im Lendenwirbelbereich. Außerdem versucht unser Körper diese zwei entgegengesetzten Spannungen zu kompensieren. Dadurch können auch Störungen im Schulter- und Nackenbereich entstehen,  sowie Kopfschmerz und Migräne.

 Unsere Ressourcen – Hilfsmittel

Wir nutzen sehr unterschiedliche Ressourcen, um uns einen Ausgleich zu schaffen. Ohne diese Ressourcen hätten wir nicht überlebt. Für den einen ist es die Kunst, wie malen, musizieren oder Musik hören. Es können aber auch Tiere sein, besondere Plätze, ein Spaziergang im Wald oder sportliche Aktivitäten. Genauso hilfreich ist für andere wieder träumen und reisen in eine Fantasiewelt, manchmal soweit, dass das Gefühl entsteht, den Körper zu verlassen.

Mein therapeutischer Ansatz

Ziel meiner Behandlung ist es, Ihre Ermächtigung, die Ausweitung Ihrer Wahlmöglichkeiten und die Selbstbestimmung durch Erhöhung Ihrer Selbstachtung und Ihres Selbstwertgefühls zu erreichen. Dazu nutze ich Ihre Ressourcen, um Sie wieder zu stabilisieren. Zentrieren, Erden und Abgrenzen sind wesentliche Bestandteile, damit Sie wieder ein Gefühl von Sicherheit erlangen können.

Aus diesem sicheren Bereich können wir zu den Erregungen in Ihrem Nervensystem gehen. Dazu arbeite ich mit Ihnen an der Peripherie der Aktivierung, was bedeutet, dass wir auf einem Gebiet beginnen, das von der größten Verletzung möglichst weit entfernt ist. So wird verhindert, dass Sie retraumatisiert werden.

Der natürliche Rhythmus der Regulation kann wieder einsetzen, wenn wir in angemessenem Wechsel zwischen Ressource und Erregung pendeln. Der wohltuenden Veränderung wird Zeit gegeben, sich über die verschiedenen Systeme auszubreiten. Die neu gewonnenen Fähigkeiten können integriert werden. Es entstehen neue Ressourcen und Möglichkeiten. Die hohe Erregungsenergie kann gelöst werden. Der Resilienzbereich erweitert sich.

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