Dirk Johannsen

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Entwicklungstrauma: Ich bin nicht willkommen

Die erste prägende Erfahrung in unserem Leben findet schon im Mutterleib statt. Es gibt viele Gründe, sich nicht willkommen zu fühlen. Hierauf bin ich zum Teil in meinem Beitrag Prägende Ereignisse des wachsenden Kindes im Mutterleib eingegangen. Weitere Faktoren sind negative Botschaften.

Botschaften

Auch nach der Geburt bekommen manche Kinder noch abwertende Botschaften wie:

„Wir haben eigentlich keine Kinder gewollt.“

„Du warst ein Unfall“

„Wegen dir musste ich meine berufliche Karriere aufgeben.“

„Du hast mein Leben zerstört.“

„Immer machst du alles verkehrt.“

Solche oder ähnliche Aussagen der Eltern untergraben das Selbstwertgefühl und können einen Stachel in der Seele hinterlassen. Wie kann sich diese Erfahrung im Leben auswirken.

Gefahr

Oft werden die oben genannten Aussagen wieder abgeschwächt durch Ergänzungen wie: „Aber jetzt freue ich mich, dass du da bist.“ Es liegt allerdings in unserer Natur, dass wir für Gefahren empfänglicher sind als für positive Botschaften. Nicht-Willkommensein ist eine lebensbedrohliche Gefahr. Ausgeschlossen zu werden aus dem Clan, der Gruppe, dem Stamm, der Familie bedeutete vor wenigen Jahrhunderten noch den fast sicheren Tod.
Daher ist es wichtig, die positiven Sätze möglichst oft zu hören und zu erfahren.

Übertragen

Die erste Prägung des Nicht-Willkommenseins entwickelt sich leicht zu einem Glaubenssatz, der das ganze Leben begleitet. In jeder Gruppe, Gemeinschaft, Clique oder Zusammenkunft fühlt man sich dann unsicher und muss immer wieder bestätigt bekommen, dass es okay ist, dabei zu sein. Manchmal traut man sich nur teilzunehmen, wenn eine persönliche Einladung erfolgte. So überträgt sich der Eindruck des Nicht-Willkommenssein in viele Lebensbereiche.

Selbstwertgefühl

Das sind Anzeichen für ein Entwicklungstrauma. Das Selbstwertgefühl konnte sich nicht entwickeln, es wurde regelrecht sabotiert, wenn auch wahrscheinlich unbewusst und ungewollt. Das Selbstwertgefühl bildet zusammen mit der Selbstachtung die Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein und zwar für mich als Mensch, für mein Sein.

Kompensation – Ausgleich

Das fehlende Selbstwertgefühl beinhaltet den Glaubenssatz, ich bin nicht erwünscht, das eigene Sein ist nicht erwünscht. Also wird Leistung erbracht. Wenn ich als Mensch schon nicht willkommen bin, dann wenigstens mein Tun, mein Schaffen, meine Arbeit. So wird versucht durch emsige Betriebsamkeit eine Daseinsberechtigung zu erlangen.

Weitere Folgen des Entwicklungstrauma

Oft zeigt sich ein Misstrauen in Beziehungen auch wenn Zuneigung und Wertschätzung entgegengebracht wird. Die Erwartung bleibt, wieder enttäuscht zu werden. So wird unbewusst eine Ablehnung erzeugt, die dann zur Bestätigung führt, dass man nicht willkommen ist.
Wut begleitet häufig auch die Erfahrung des Nicht-Willkommenseins. Die daraus resultierenden Aggressionen können nach außen aber auch nach innen selbstzerstörerisch gerichtet sein. Insbesondere sorgt auch diese Wut immer wieder dazu, Ablehnung zu erfahren.
So ist auch selbstverletzendes Verhalten Ausdruck einer tiefen Verzweiflung, die aus dem Nicht-Willkommensein resultieren kann.

Jetzt

Es ist nie zu spät, die schlechten Erfahrungen durch neue, gute zu ersetzen. Zum einen dadurch, dass man sich Situationen in denen man sich willkommen fühlt, bewusst macht, die körperlichen Reaktionen spürt und sich mit positiven Glaubenssätzen wie: „Ich habe das Recht hier zu sein.“ oder von anderen „Ich freue mich, dass es dich gibt und du musst nichts dafür tun.“ stärkt. Am besten jetzt gleich damit anfangen.

Gerne unterstütze ich dabei und beantworte weitere Fragen.

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