Dirk Johannsen

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Entwicklungstrauma versus Schocktrauma

Das Wort Trauma kommt aus dem griechischen und kann mit Wunde oder Verletzung übersetzt werden. Es sagt noch nichts über die Art oder die Stärke der Verletzung aus. Wir unterscheiden in der Wortwahl auch nicht, ob es sich zum Beispiel um Kriegserlebnisse oder einem Auffahrunfall handelte. Wir differenzieren allerdings zwischen Schocktrauma und Entwicklungstrauma.

Schocktrauma

Schock- oder Unfalltraumata sind meist verursacht durch ein einzelnes Ereignis. Ein Ereignis, das so groß, so heftig, so schnell über die Person hereinbrach, dass sie überwältigt wurde. Die üblichen Mechanismen in Gefahrensituation, nämlich erst die Orientierung zur Quelle der alarmierenden Wahrnehmung und dann die Entscheidung zu kämpfen, zu fliehen oder sich Tod zu stellen, konnten nicht mehr umgesetzt werden.

Entwicklungstrauma

Entwicklungstrauma entstehen über einen längeren Zeitraum in der Kindheit. Umso früher das Kind in seiner Entwicklung nicht unterstützt wird, desto gravierender ist meist die Auswirkung. Am Anfang, also schon beginnend im Mutterleib, geht es darum, willkommen zu sein, gewünscht zu sein, ein Recht zur Existenz zu haben. Es gibt zum Beispiel Menschen, die einen Abtreibungsversuch überlebt haben. Es hat auch schon Auswirkung, wenn sich die Eltern ein Kind vom anderen Geschlecht gewünscht haben oder aufgrund der Lebensumstände es gerade eher bedauern schwanger zu sein. Selbst der Erwachsene kann sich dann noch unerwünscht und ungeliebt fühlen.
Im ersten Lebensjahr ist die Befriedung der Grundbedürfnisse entscheidend. Es gibt Eltern, die ihr Kind vernachlässigen bis hin zur Verwahrlosung. Noch vor wenigen Jahrzehnten hat selbst das Handeln nach Lehrbüchern und fachmännischer Rat wie alle vier Stunden nach der Uhr füttern oder jedes Kind kann schlafen lernen, zu traumatischen Erfahrungen geführt. Schreien stärkt vielleicht die Lungen, vor allem führt es, wenn es nicht beantwortet wird, zu Frustration bis hin zur Aufgabe. Diese Resignation, es nicht einmal wirklich versuchen zu wollen, sich gar nicht mehr anstrengen wollen, da es eh sinnlos ist, kann sich dann durch das ganze Leben ziehen.

Auswirkung auf den Körper

Wenn eine Gefahr droht, muss schnell reagiert werden. Schneller als die Muskeln arbeiten. Daher wirken sich Schock- und Unfalltraumata vor allem auf das Reflex- und Fasziensystem aus. Oft fehlte sogar die Zeit für die Orientierung, woher die Gefahr kam. Auch dies kann sich zum Beispiel in Nacken- und Halsproblemen bemerkbar machen. Ein Entwicklungstrauma zeigt sich neben Mustern, Verhaltensweisen und Abwehrmechanismen besonders auf der muskulären Ebene. Manche Muskeln unterstützen eher den Rückzug, andere verhärten zum Schutzpanzer. Das sind Körperreaktionen, die mal sehr wichtig waren, vielleicht sogar das Überleben ermöglicht haben. Heute als Erwachsener werden sie aber meistens nicht mehr benötigt.
Ich helfe gerne, alternative Verhaltensweisen zu entwickeln.

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