Dirk Johannsen

Menu

Rhythmus

Den eigenen Rhythmus finden. Klingt so natürlich. Ist aber gar nicht so einfach in unserer hektischen Zeit. Wie leicht werden wir mitgerissen vom Strudel der Anforderungen. Ganz schnell sollen wir dieses liefern, jenes erreichen. Dabei verlieren wir leicht unsere Mitte, unseren eigenen Rhythmus. Wenn wir in unserer eigenen Zeit unsere Vorhaben voranbringen können, gibt es uns Sicherheit, erkennen wir unsere Grenzen, bleiben wir in unserer Mitte und damit uns selber treu.

Rhythmus lernen

In unserem ersten Lebensjahr finden wir idealerweise unsere Rhythmen. Als Säugling fangen wir an, uns mithilfe der Eltern zu regulieren. Wir spüren, wenn wir satt sind und signalisieren, dass wir nichts mehr essen wollen. Irgendwann werden wir wieder hungrig und geben mehr oder weniger lautstark zu erkennen, dass wir etwas zu essen brauchen. Zuerst passen sich die Eltern unseren Bedürfnissen als Kind an und unterstützen uns, den eigenen Rhythmus zu finden und zu festigen.
Wir schlafen, wenn wir müde werden, erkennen die Abhängigkeit von Tag und Nacht und finden unsere Wach-Schlaf-Rhythmus passend zu den Tageszeiten und dem Umfeld. So lernen wir ganz früh im Kontakt mit der Gemeinschaft und der Außenwelt unseren Rhythmus auf die Gegebenheiten einzustellen.

Bedeutung

Wenn wir so unseren eigenen Rhythmus gefunden und verinnerlicht haben, können wir viel leichter ausgeglichen sein. Wir erkennen nach einer aktiven Phase, wenn wir Ruhe brauchen, um uns zu regenerieren. So halten wir unseren Organismus im Gleichgewicht und schützen uns damit vor Symptomen wie Burn-Out und Schlafstörungen.

Erfahrungen

Wir haben leider nicht alle diese idealen Erfahrungen machen können. Rigide Erziehungsmethoden wie die Fütterung der Kinder alle vier Stunden, wie es in den 60er-Jahren üblich war, können dazu führen, dass die eigenen Rhythmen nie entdeckt werden oder verloren gehen. Manche Kinder werden gezwungen den Teller leer zu essen, bevor es den Essenstisch verlassen darf. So wird das natürliche Gefühl, satt zu sein, übergangen. So kann es uns heute als erwachsener Mensch gerade im Kontakt mit unseren Mitmenschen schwerfallen, den eigenen Rhythmus zu finden und beizubehalten.
Wie es so schön heißt, es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Jeder, also auch Sie, kann immer noch lernen, den eigenen Rhythmus zu finden und insbesondere auch im Kontakt mit Familie, Kollegen und Freunden beizubehalten und so gestärkt, geschützt, lebendig und freudig den Anforderungen des täglichen Lebens begegnen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top